Erfahrungsberichte

Auf dem Weg zu einer legalen Ausübung meiner „Beruf-ung“

Heiner Jochimsen

Entspannungsmassagen statt Kühe melken oder vom Landwirt zum Gesundheitsberater für Rücken, Füße und Gelenke. Ja, wie kommt ein gestandener Landwirt bloß zu diesem tollen Beruf? War es Zufall? Aber an so viele Zufälle mag ich nicht glauben. Es begann eigentlich ganz harmlos. Meine Frau hat mich vor 7 Jahren zu einem Reiki-Kurs mitgeschleppt, damals war es für mich nur Hokuspokus. Heute bin ich Reiki Meister. Es sollte aber noch eine Steigerung geben. Im Sommer 1999 fragten Verwandte aus Niedersachsen, ob ich nicht Lust hätte mit ihnen in Kiel einen Grundkurs nach Dorn und Breuss mitzumachen. Von Dorn und Breuss hatte ich noch nie etwas gehört. Als man mir sagte, dass ein Bayer von einem Rückgrad e.V., uns in dem Kurs zeigen will, wie man zwei unterschiedlich lange Beine mit einer kleinen Übung auf gleiche Länge bringt, dachte ich an einen Spinner aus Bayern. Aus Neugierde habe ich mich angemeldet. Schon nach dem ersten Tag  war ich von diesen sanften Methoden total begeistert. Ich habe dann mit einem ziemlich schlechten Gewissen an den Leuten gearbeitet, die zu mir kamen. Ich war ja kein Therapeut und wollte auch keinen Ärger mit dem Gesundheitsamt oder gar mit Gerichten. Im Sommer 2000 war ich dann auch einer der Ersten, der in der staatlich genehmigten Berufsfachschule in Würzburg die Ausbildung zum Gesundheitsberater für Rücken Füße und Gelenke gemacht hat. So lernte ich mit 62 Jahren noch mal Berufskunde, Recht, Hygiene, Entspannungsmassage, Fußzonenmassage, Dorn- und Breußmassage Selbsthilfeübungen und einiges mehr. Was sich daraus bisher entwickelt hat, ist heute noch ein Traum für mich. Da kommen doch Leute zu einer Entspannungsmassage, die mehrere Autostunden auf sich nehmen und mit strahlenden Augen den Rückweg antreten. Ich habe mich dann auch bei meinem Gesundheitsamt gemeldet und die hatten nichts gegen meine Tätigkeit zur Gesundheitsförderung. Eine Kundin ist Vorsitzende von einem Landfrauenverein und sie fragte, ob ich in ihrem Verein etwas über diese sanften Methoden erzählen kann. Damit hatte ich wohl eine Lawine losgetreten, denn fast alle Vereine im Kreisgebiet wollten diesen Vortrag nun auch hören. Daraufhin kamen viele Frauen zu den Entspannungsmassagen und bald kamen auch ihre Männer zu mir. Jetzt bin ich als Rentner an meine Leistungsgrenzen gestoßen und freue mich, dass meine Tochter Rita, meine Schwiegertochter Regina und meine Lebensgefährtin Siegried auch die Ausbildung in Würzburg gemacht haben. Ja, so kann es einem Landwirt ergehen, der zu einer Ausbildung reist um etwas ganz „Neues“ zu lernen. Heiner Jochimsen, Gesundheitsberater für Rücken, Füße und Gelenke:

Rosemarie Roth

Mein Weg zur Selbstständigkeit als Gesundheitsberaterin für Rücken, Füße und Gelenke führte über mehrere stufen. Zuerst bis zur Selbstständigkeit als Freiberuflerin. Alles begann mit einem Dorn-Breuss-Grundkurs im Jahr 1997, Der Kurs hat mich auf Anhieb überzeugt von der Wirksamkeit und Einfachheit dieser Methode. Ich konnte die erworbenen Kenntnisse an meinen Kolleginnen aus der Sozialstation oft genug in die Tat umsetzen. Diese Möglichkeit nutzten sie gerne und freuten sich über die rasche Hilfe. Im Dezember 2000 nahm ich in Würzburg an der Ausbildung zum Gesundheitsberater für Rücken, Füße und Gelenke teil. Ich wurde durch eine Heilpraktikerin auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Nun hatte ich das Rüstzeug, um mein Können etwas ganzheitlicher und professioneller an den Mann zu bringen. Statt die Personen wie bisher in unserem großen Badezimmer zu versorgen, diente ab jetzt ein umgestalteter Kellerraum dazu. Zwischendurch suchte ich Kontakt zu anderen Dorn-Leuten und war auch einige Male bei Fortbildungen mit Dieter Dorn. Nebenbei vergrößerte sich die Zahl meiner Kunden so rasant, dass die Halbtagsbeschäftigung in der häuslichen Krankenpflege, häufige Fortbildungen von Berufswegen, ab und an Wochenenddienste, meine Familie und der Haushalt mein Zeitgefüge ganz schön durcheinander brachten. Nachmittags fanden zusätzlich ein bis zwei Dornanwendungen statt. Meine Familie (und ich) wollten den Zustand irgendwann nicht länger hinnehmen und so lief alles auf eine Entscheidung zwischen Beruf oder Selbstständigkeit als Gesundheitsberaterin hinaus. Am 1. August 2003 war Stichtag und ab jetzt gibt es in Leutenbach „Rosi’s Rückenstudio“. Ganz so einfach wie es hier zu lesen ist, war es natürlich nicht, denn davor hatte ich noch einige Hürden zu nehmen (vor allem bürokratische!!). Rückgrad hat mich jedoch sehr unterstützt. Es wird gehen, sagte er, und es ging auch! Meine Empfehlung: Wer spürt, dass er „fühlende“ Finger besitzt und die Begeisterung für die Dorn-Methode groß genug ist, um sich täglich damit zu beschäftigen, der sollte die anfänglichen Mühen, die Unsicherheit und Bürokratie nicht scheuen und sich als Gesundheitsberater selbstständig machen.

Auf dem Weg zum eigenen Studio war im Vorfeld aber noch einiges zu tun:

  • Unterlagen schicken lassen
  • Von IHK (kostenlose Broschüren / Infomaterial für Existenzgründer
  • Existenzgründerstammtisch besuchen
  • Mit Steuerberater sprechen, Informationen einholen
  • Gründungskonzept verfassen (Geschäftsidee)
  • Durchsicht und Stellungnahme vom Steuerberater und RückGrad e.V. einholen
  • Meine Tätigkeit beim Gesundheitsamt bekanntgeben
  • Die Gewerbeanmeldung vornehmen.
  • Das Finanzamtsschreiben beantworten
  • Meine Rentenversicherung klären
  • Mich entscheiden für eine Krankenversicherung – Privat oder freiwillig gesetzlich.
  • Meine Berufshaftpflichtversicherung abschließen
  • Ein Werbe- und Marketingkonzept erarbeiten

Rosemarie Roth, Gesundheitsberaterin für Rücken, Füße und Gelenke