Ganzheitliches Lernen & Leben

Wir danken Franz Josef Neffe und Emil Coue für die Anregungen

"Pars pro toto" nennt sich die lateinische Formel für eine antike Anschauung, die man in moderner Zeit häufig belächelt und als antiquiert und unwissenschaftlich abgetan hat. Hinter der Formel "pars pro toto" steht die Idee, dass man in jedem Teil das Ganze wieder finden kann bzw. dass die Ganzheit in jedem Teil erhalten bleibt. Nun muss eine Kultur, die rein analytisch und linear-kausal denkt, zwangsläufig Schwierigkeiten mit einer solchen Idee haben. Eine analytische Weltbetrachtung schärft zwar ungemein den Blick fürs Detail, verliert aber im gleichen Maße den Zugang zur Ganzheit. Diese Entwicklung hat offensichtlich zurzeit ihr eigenes Extrem erreicht, da sich doch die Stimmen mehren, welche die Problematik der rein analytischen Methode immer mehr erkennen und deshalb zum Umdenken auffordern.

In der Medizin ist dieser Stimmungsumschwung vielleicht am deutlichsten vernehmbar, man meldet Zweifel an, ob die spezialisierte Diagnostik und Behandlung von örperteilen und Organen eigentlich dem ganzen Menschen gerecht werden kann.

Als Antwort auf diese Frage entwickelte sich das Modell der "holistischen Medizin", welche versucht, eine Störung aus der Ganzheit des Menschen heraus zu verstehen und in der Behandlung dem ganzen Menschen als leibseelisches Wesen zu begegnen.

Ein Höhepunkt der medizinisch-abendländischen Weltanschauung besteht in der hippokratischen Überlieferung der Erkenntnis von Zusammenhängen zwischen Körper, Geist und Umwelt. Um Gesundheit leben zu können, ist das Aufrechterhalten eines Gleichgewichtes zwischen diesen Kräften notwendig. Dies ist eine Aufgabe, die für den heutigen Menschen eine tägliche Herausforderung darstellt. Ein gesundes Individuum, also auch eine gesunde Gemeinschaft sind Teile eines Ganzen, das sich in einer vorgegebenen Ordnung bewegt.

Eine uns allen inne wohnende Kraft führt zu angemessenen Lösungen. Es eröffnet sich eine Lebensquelle, aus der in Zukunft Kraft geschöpft werden kann. Die Ausbildung und die Arbeit der Gesundheitsberater, in Beratung und praktischem Tun, ist dazu ein wesentlicher Beitrag. So wollen wir in unserem Wirken ganzheitlich in allen Teilen arbeiten, um Gesundheit und Lebensglück gemeinsam zu verwirklichen.

Nach unserer Auffassung hat Lernen überhaupt rein gar nichts mit Anstrengung und Mühe zu tun. Wer sich Mühe gibt, kriegt sie. Wer sich anstrengt, ist angestrengt, sonst nichts. Anstrengung ist immer ein Anzeichen dafür, dass man es falsch macht; würde man es richtig machen, ginge es ohne Anstrengung.

Lehren und Lernen leitet sich von germanisch "laisti" die Fußspur, Fährte, ab. Lehrer ist man dadurch, dass man interessante Fährten des Lebens verfolgt und das so schön für einen ist, dass es andere zieht, einem zu folgen. Hier liegt auch die Grundlage für echte Erziehung: es muss einen ziehen, man darf nicht gedrückt werden.

Wir laden Sie ein, die wichtigen Fährten des Lebens aufzuspüren: Die Fährten der Selbstentdeckung, der Selbstwahrnehmung, der Selbsterkenntnis, der Selbstachtung, der Selbstbeobachtung, der Selbstentfaltung, der Selbstentwicklung, des Selbstwachstums, der Selbststärkung, der Selbständigkeit und so den Weg zu geben auf dem Sie andere Menschen ganzheitlich begleiten können.

Wir laden Sie ein, auf den Spuren des Lebens Ihren eigenen Einfluss nach den Gesetzen des Lebens zu entdecken und zu erproben und wachsen zu machen, ganz gleich, welches Problem Sie haben und wie groß es auch gerade sein mag. Und dann laden Sie andere Menschen ein, zu ihnen zu kommen oder gehen zu ihnen, um sie ganzheitlich behandelnd zu begleiten.